1. Mannschaft | VfB Friedrichshafen zeigt sein "anderes Gesicht"

Fußball-Landesliga: SV Oberzell – VfB Friedrichshafen 0:2 (0:1). – Christian Wucherer war zufrieden, nach langer Zeit mal wieder: „Der VfB hat heute ein anderes Gesicht gezeigt“, fasst der Trainer die 90 Minuten zusammen. Nach denen hat seine Mannschaft nicht nur ein prestigeträchtiges Derby gewonnen, sondern mit einer überzeugenden Leistung verhindert, dass der VfB nach verdienten sowie blamablen Niederlagen mit diesem „wichtigen Sieg nicht in komisches Fahrwasser“ geraten ist.

Von der ersten Sekunde an zeigten die Friedrichshafener, dass sie in Oberzell die 1:2-Schmach gegen Schlusslicht Schwendi vergessen machen wollen. „Wir starteten extrem gut“, sagt Wucher, seine Mannschaft hätte nach drei Minuten schon in Führung gehen müssen. Alleine Ibrahim Tuncay brachte das Kunststück fertig, unbedrängt „aus fünf Metern“ das Tor zu verfehlen. Weil auch die nächste Möglichkeit, „nach einer butterweichen Flanke“, ohne Torjubel geblieben war, schwante Christian Wucherer schon Arges. Gar zu oft musste der VfB-Coach mit ansehen, wie seine Spieler eine Chance nach der anderen versemmeln – und dann verloren. Zwar blieb ihm und den Spielern auch nach der nächsten Gelegenheit der Torschrei im Halse stecken. „Tuncay war der Ball überraschend vor die Füße gefallen“, macht der Coach seinem Stürmer keinen Vorwurf. Er sei zu überrascht gewesen, habe noch dazu mit seinem schwächeren Fuß schießen müssen. Aber nach elf Minuten gab’s Grund für blau-weißen Jubel. Nach einem Oberzeller Einwurf an der Friedrichshafener Eckfahne ging’s ruck zuck: Oliver Senkbeil steckte auf Daniel Di Leo durch, den der Oberzeller Trainer Oliver Wittich zwar im Abseits gesehen hatte, aber der Friedrichshafener Kapitän blieb fokussiert, schob das Leder nach einem 40-Meter-Sprint „clever am SVO-Torhüter“ (Wucherer) vorbei zur verdienten Führung ein.

Zur Beruhigung von Wucherers Nerven jedoch trug das 1:0 nicht bei. Der VfB verhielt sich jetzt „richtig unclever“, nutzte die offen zu Tage tretenden Unstimmigkeiten in der Oberzeller Elf nicht, den Sack schon vor dem Wechsel zuzumachen. „Völlig unnötig“ sei das Verhalten gewesen, kritisiert Wucher, weil „wir Herr im Hause“ waren.

Entsprechend angespannt der Beginn der zweiten 45 Minuten, die der VfB Friedrichshafen „taktisch umgestellt“ begann. „Bis auf zwei, drei haarige Szenen“ (Wucherer) aber hatte die erwartete Oberzeller Strategie mit langen Bällen auf den brandgefährlichen Dos Santos keine zählbaren Auswirkungen. Selbst als Ugur Tuncay fürs 2:0 gesorgt hatte, gab Oberzell nicht auf, hatte „drei oder vier gute Möglichkeiten“, der VfB auf der anderen Seite konnte seine „Vielzahl an guten Konterchancen“ (Wucherer) ebenfalls nicht nutzen. Es blieb beim „verdienten Sieg“ für die Gäste. Den anerkannte übrigens auch Achim Pfuderer, der kommende Saison mit Oliver Wittich zusammen wieder den SV Oberzell trainieren wird. – Tore: 0:1 (11.) D. Di Leo, 0:2 (50.) U. Tuncay. – Schiedsrichter: Baiz. – Zuschauer: 250.

SV Oberzell: Gehweiler, Schlegel, Kemmer, Gomes Dos Santos, Volk, (58. Marin) Tremmel (79. Maucher), Müller, Freisinger (Ardemani), Maucher, Mirey (46, Kleb), Boos.

VfB Friedrichshafen: Meier, Senkbeil, U. Tuncay, Deniz, N. Di Leo, Nikic, Booch (72. Genua), Strom, Merz (78. Krutschin). Tuncay (46. Schmidt), D. Di Leo.

(Quelle: Südkurier 2.5.17)

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