1. Mannschaft | Eine fast perfekte Vorrunde

Nach 16 Spielen und Platz zwei in der Landesliga zieht Daniel Di Leo, Trainer des VfB Friedrichshafen, eine erste Bilanz. Er sieht viel Positives, hadert aber nach wie vor mit einem Spiel.

38 Zähler, punktgleich mit dem Spitzenreiter Albstadt. Der Fußball-Landesligist VfB Friedrichshafen blickt auf eine gelungene Vorrunde zurück. Das sollte man meinen. Spielertrainer Daniel Di Leo will in der Vorbereitung zur Rückrunde, die am 14. Januar beginnt, trotzdem noch einiges verbessern.

Die Fußballer des VfB Friedrichshafen haben nach ihrem letzten Spiel (2:0 in Mengen) in der Vorrunde gut sieben Wochen Pause. Ruhe von ihrem Spielertrainer aber nicht. "Alle Spieler haben von mir individuell einen Plan bekommen, was sie bis zum 14. Januar tun müssen", sagt Daniel Die Leo. Wer ihn kennt, der weiß, dass er ihn im neuen Jahr beim Trainingsauftakt überprüfen wird.

Der 35-Jährige zählt nicht zu den Trainern, die sich nach so einer starken Vorrunde zurücklehnen und darauf hoffen, dass es ab dem 23. Februar (Auftakt in Weingarten) so weiterläuft. Er analysiert die Spiele und spricht die Fehler konkret an. "Was mir nicht gefallen hat, waren die vielen unnötigen Freistöße, die dann zu vermeidbaren Toren geführt haben. Das müssen wir ändern." Zwei Beispiele sollen an dieser Stelle genannt werden: Beim Spitzenspiel am dritten Spieltag zwischen Albstadt und Friedrichshafen führte der VfB mit 1:0. Ein schnell ausgeführter Freistoß aus 30 Metern führte zum 1:1. Albstadt siegte am Ende mit 2:1. Ein richtiger Klotz im Magen des Spielertrainers war das 1:1 gegen Bad Schussenried. "Da führen wir 1:0, müssen das 2:0 und 3:0 machen und dann gibt es in der Nachspielzeit einen Freistoß. Das 1:1 habe ich bis heute nicht ganz verdaut", betont Daniel Di Leo.

Keine Verstärkungen im Winter

Trotz der Kritik hat der VfB Friedrichshafen eine starke Vorrunde gespielt. 25 Punkte holte das Team auswärts (acht Siege und ein Unentschieden), 13 zu Hause. Nach dem Weggang von drei Leistungsträgern (Misel Saric, Ralf Heimgartner und Harun Toprak) waren sich die Verantwortlichen vor der Saison einig: Ein einstelliger Tabellenplatz wäre ganz okay. Daniel Di Leo holte A-Jugendspieler in den Kader der Landesliga. Julian Neu, Ömer Avci, Carlos Kronfoth und Max Richter. Alle fügten sich nahtlos ins Mannschaftsgefüge ein. "Die Mannschaft geht gut miteinander um, wir haben keinen Stinkstiefel im Team", sagt Kapitän Denis Nikic. "Die Jungs haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert und sich selbst belohnt", betont Co-Trainer Giovanni Rizzo.

Unvergessen ist das 3:0 in Weiler nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen Albstadt. Giovanni Rizzo stellte die Mannschaft perfekt auf den Gegner ein. Von den vielen guten Spielern sollen zwei herausgehoben werden: Torhüter Heiko Holzbaur und Marian Pfluger. Holzbaur hat auch Dank des Torwarttrainers Markus Zerr einen großen Sprung nach vorne gemacht. Marian Pfluger übernimmt mit 21 Jahren Verantwortung und ist im Mittelfeld des VfB nicht mehr wegzudenken. "Die Mannschaft hat einen guten Charakter. Sie hat eine fast perfekte Vorrunde gespielt", sagt Daniel Di Leo. Bad Schussenried lässt grüßen.

Damit die Rückrunde ebenfalls erfolgreich wird, bereitet sich der VfB ab dem 14. Januar sieben Wochen lang vor. "Wir trainieren nur dreimal in der Woche, dafür aber länger. Das wollte ich so. Wenn ich die Belastung erhöhe, dann sind Muskelprobleme die Folge", sagt der VfB-Spielertrainer. Die Häfler werden sich in der Winterpause nicht verstärken. Sieben Testspiele sind geplant. Daniel Di Leo hat drei starke Gegner gewinnen können: Ehingen-Süd, FC Wangen (Verbandsliga Württemberg) und das Team aus Wolfurt (dritte österreichische Liga).

Und dann beginnt die Mission Meisterschaft oder Platz zwei (Relegation). Eine andere Vorgabe wäre nicht nachvollziehbar.

 

(Quelle: Schwäbische Zeitung 04.12.19)

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