1. Mannschaft | Ein Derby, das keinen Sieger verdient hat

Die ganz hohe Fußballkunst ist das nicht gewesen, was die Protagonisten am Samstagnachmittag im Häfler Zeppelinstadion im Derby der Fußball-Landesliga zwischen auf dem Rasen ablieferten. Der VfB Friedrichshafen und der SV Kehlen neutralisierten sich nahezu über die gesamte Spielzeit. Das Spiel endete mit einem gerechten 0:0-Unentschieden. Der SV Kehlen enttäuschte in der Offensive gänzlich. Der VfB war dem Siegtor nahe, im entscheidenden Moment fehlte es aber an der Präzision.

„Es war schon vor dem Spiel klar, das wir Kehlen nicht an die Wand spielen werden“, sagte VfB-Trainer Christian Wucherer. Und er sollte Recht behalten, obwohl es eigentlich gut los ging für seine Mannschaft. Gerade mal vier Minuten waren gespielt, da hatte Nicolai Weissenbacher nach einer lang gezogenen Flanke die erste Chance, sein Schuss ging allerdings am Pfosten vorbei. Drei Minuten später prüfte Marcel Scheuböck auf der Gegenseite aus gut zehn Metern VfB-Torhüter Philipp Meier, der sicher hielt. Auch Nick Feyer fand in der 20. Minute seinen Meister in Meier. So plätscherte das Spiel dahin, geprägt von Stockfehlern, Ballverlusten und vielen Unkonzentriertheiten.

Die beste Möglichkeit zur VfB-Führung in Halbzeit eins hatte Daniel Di Leo eine Minute vor dem Pausenpfiff: Der SV Kehlen spielte auf Abseits, was allerdings gründlich misslang. Di Leo zog an der Strafraumgrenze sofort ab, doch war Gäste-Torhüter Maximilian Divy zur Stelle. „Wenn so ein Ball mal reingeht, dann läuft das Spiel in eine andere Richtung“, haderte Daniel Di Leo.

Wirklich besser wurde das Spiel auch nach der Pause nicht – Erklärungsversuche der Trainer. „Ich hatte mit beiden Teams Mitleid“, sagte Kehlens Trainer Michael Steinmaßl. „Für beide ging es um nichts mehr, die Saison ist gelaufen“. Und Christian Wucherer? „Ich muss meine Mannschaft in Schutz nehmen, personell pfeifen wir aus dem letzten Loch.“ Während der SVK nach Wiederanpfiff nur noch sporadisch vor dem VfB-Tor auftauchte, profitierte der VfB noch das ein oder andere Mal von Fehlern der Kehlener Hintermannschaft, die den Ball des Öfteren nach Standards schlampig aus der Gefahrenzone beförderte.

Ein zu kurz abgewehrter Freistoß in der 53. Minute wurde von Joshua Merz aus elf Metern Volley genommen, der Ball strich knapp am Tor vorbei. Felix Kölle bot sich in der 70. Minute aus ähnlicher Position die gleiche Möglichkeit. Doch auch sein Schuss von der Strafraumkante verfehlte das Tor nur knapp. Vier Minuten später war Pascal Booch mit dem Kopf nach einer Flanke von Alessio Genua zur Stelle, bekam allerdings keinen Druck hinter den Ball. Die letzte Möglichkeit blieb, wie schon kurz vor der Halbzeitpause, Daniel Di Leo vorbehalten. Nach einer Ecke und zu kurzer Abwehr der Kehlener schoss er den Ball am langen Torpfosten vorbei. Nach genau 90 Minuten erlöste der Unparteiische die Zuschauer von einem Spiel, das keinen Sieger verdient hatte.

Auch wenn das Ergebnis für ihn am Ende in Ordnung ging: „Der letzte Ball wurde von uns nie sauber gespielt. Dabei hatten wir das Tor auf dem Fuß. Und das ärgert mich“, sagte VfB-Coach Wucherer. „Für mich ist das Unentschieden gerecht, der Punkt geht in Ordnung“, zeigte sich Steinmaßl zufrieden - und konnte dem torlosen Remis noch etwas Weiteres abgewinnen: „Gut war auch, dass wir heute mal wieder zu Null gespielt haben und immer noch vor dem VfB stehen.“

VfB Friedrichshafen - SV Kehlen 0:0

Schiedsrichter: Matthias Zettler (Bodnegg) - Zuschauer: 250.

VfB: Meier, Ljevakovic (82. Krutschin), Senkbeil (69. Kölle), U. Tuncay, N. Di Leo, Deniz, Booch, Schmidt, Merz (61. Genua), Weissenbacher, D. Di Leo.

SVK: Divy, Samuel Hack (85. Horvat), Rieber (63. Schorpp), Scheuböck, Blaser, Stetter, Feyer (46. Stumpf), Bernhard, Michalis (90. Petri), Nikolai Hack, Paris.

(Quelle Schwäbische Zeitung 08.05.17)

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