1. Mannschaft | Ein 0:0 der gemischten Gefühle im Buchbühlstadion

FC Ostrach – VfB Friedrichshafen 0:0. – Mit gemischten Gefühlen schauen die Friedrichshafener auf das Resultat beim Tabellenzweiten. Zum einen, weil der VfB, über weite Strecken die bessere Mannschaft, „eigentlich hätte gewinnen müssen“, sagt Trainer Christian Wucherer, zum anderen in der Schlussphase aber der Pfosten eine knappe Niederlage verhindert hatte.

Die Marschrichtung der Gäste aus der Zeppelinstadt war klar: Keine leichten Ballverluste im Spitzenspiel, das Risiko auf dem schwer bespielbaren, tiefen Rasenplatz möglichst minimieren. „Das hat von Anfang an ganz gut geklappt“, sagt Wucher, der mit der spielerischen Vorstellung seiner Elf zufrieden sein durfte. Aber nicht mit dem Ertrag. „Wir hatten gute Chancen und vergeben sie“, monierte der Coach. Schon nach acht Minuten war Daniel Di Leo alleine vor Raphael Vetter aufgetaucht, konnte den FC-Torspieler aber nicht überwinden.

Der stand Mitte der ersten Halbzeit bei einem Abwehrversuch erneut im Brennpunkt. Pascal Boochs Heber landete direkt in seinen Armen. Auch in der 33. Minute blieb den Fans der Torschrei im Halse stecken, ein Ostracher Abwehrspieler hatte die flache Schmidtflanke um Zentimeter am eigenen Tor vorbeigelenkt. Die erste Hälfte endete auch deswegen torlos, weil der Schiedsrichter das Handspiel eines Ostrachers kurzer Hand vor den Strafraum verlegte. Bei FC-Coach Miro Topalusic habe diese Aktion ein Schmunzeln verursacht, erzählt Wucherer, der weniger amused war. Statt Strafstoß Freistoß, und der wurde erneut mit der Hand geblockt. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb wieder stumm.

Weil die Gastgeber im Unterschied zur Hinrunde „nicht mehr so hoch am Gegner standen“, nicht mehr so konsequent gepresst hätten, unter anderem auch deshalb, weil seine Mannschaft dies erfolgreich unterbunden habe, blieb in der zweiten Hälfte nur wenig vom gefürchteten Ostracher Fußball. Und der nun tiefe, von den ersten 45 Minuten noch mehr zerfurchte Rasen habe außerdem ein fehlerfreies Aufbauspiel der beiden Kontrahenten immer mehr verhindert. Lange Bälle, viele Freistöße deshalb, aber „meine Mannschaft mit einem erstklassigen Torwart hat den Strafraum beherrscht“, sagt Wucherer. 80 Prozent dieser Angriffe seien ungefährlich gewesen. Aber noch zweimal hätte der VfB trotz allem als Verlierer das Buchbühlstadion verlassen können. In der 85. Minute verfehlte ein Kopfball nur knapp das VfB-Gehäuse, drei Minuten später verhinderte der Pfosten, dass die Friedrichshafener komplett leer ausgehen würden.

Unterm Strich ein wohl akzeptables Resultat, schließlich sei der VfB am Samstag dem Tabellenzweiten FC Ostrach „mehr als ebenbürtig“ gewesen. Alleine die Tatsache, dass sich die Mannschaft nicht für ihren guten Auftrittmit mehr als einem Punkt belohnte, wurmt Christian Wucher und Co, trotz der erneuten Null im zweiten Spiel nach der Winterpause. – Schiedsrichter: Bosch. – Zuschauer: 250.

VfB Friedrichshafen: Meier, Senkbeil (67. Ljevakovic), U. Tuncay, Deniz (76. Delimar), N. Di Leo, Nikic (76. Kölle), Booch, Schmidt, Strom, Merz (57. I. Tuncay), D. Di Leo.

(Quelle: Südkurier 13.03.2017)

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