1. Mannschaft | Dreierpack von Bentele zerstört Heimserie

Der VfB Friedrichshafen hat am 22. Spieltag der Fußball-Landesliga gegen den Tabellenzweiten FV Rot-Weiß Weiler eine bittere 2:4-Heimpille schlucken müssen. Die Erfolgsserie von sieben Heimspielen in Folge ohne Niederlage ist damit Geschichte. Hauptakteur war einmal mehr FV-Torjäger Kevin Bentele mit einem Dreierpack, dem zweiten in Folge.

„Die Kaltschnäuzigkeit der Gäste machte den Unterschied“, sagte ein enttäuschter VfB-Coach Christian Wucherer, „wir dagegen haben uns mal wieder nicht belohnt“. Wieder begegnete der VfB einem Gegner auf Augenhöhe, „unsere Chancenverwertung ist aber nach wie vor katastrophal“. Wie schon in der vergangenen Spielzeit, bleibt der VfB auch in dieser Saison gegen die Allgäuer sieglos. „Wir waren wie so oft die bessere Mannschaft, wenn du aber die Hundertprozentigen nicht machst, kann man nicht gewinnen“, sagte Christian Wucherer. Vor allem nach einem 1:2-Pausenrückstand, als Joshua Merz in der 60. Minute nur die Querlatte traf, oder in der 81. Minute, der VfB lag 2:3 zurück, als ein völlig frei stehender Ibrahim Tuncay den Ball aus kurzer Distanz, bei viel Zeit, über das Tor semmelte. Der VfB schenkte den Ausgleich zweimal her. Gut dagegen wenn man einen Torgaranten in seinen Reihen hat, der mit einer Handvoll Ballkontakten trifft, denn auf die VfB-Drangphase antwortete Kevin Bentele jeweils mit dem 3:1 (69.) und 4:2 (90. +4). „Die Tore kamen zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Gästetrainer Jürgen Kopfsguter.

Dabei begann das Spiel recht viel- versprechend. Ein langer Ball in der zehnten Minute auf der linken Außenbahn landete bei Pascal Booch, dessen Querpass versenkte Alessio Genua zur frühen 1:0-Führung für den VfB.

Die kalte Dusche folgte aber schon aus dem Anstoß des Gegners heraus. Einen Freistoß auf halbrechter Position von Samuel Riegger verlängerte Niklas Hartmann mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich. Mit einem Aussetzer von Ugur Tuncay in der 22. Minute drehte der FV die Partie. „Warum Ugur da die Hand ausfährt weiß ich nicht“, sagte Wucherer, „wir haben die Führung leichtfertig hergeschenkt“. Kevin Bentele nutzte seinen ersten Auftritt, verwandelte den Strafstoß zur 2:1-Führung, die der Gast auch mit in die Kabine nahm. 

Starker Torjäger

Nach der Pause drängte der VfB auf den Ausgleich. Kevin Bentele zeigte, wie man es besser macht. Bei einem Pass in die Tiefe spielte der seine Schnelligkeit aus, VfB-Torhüter Philipp Meier kommt nur zögernd raus, dann wieder der Schritt zurück, was Bentele mit einem platzierten Schuss zum 3:1 bestrafte. Der VfB gab aber nicht auf, belohnte sich in der 80. Minute mit dem 2:3-Anschlusstreffer durch Joshua Merz, nach einer Flanke von Denis Nikic – der VfB war wieder dran. Dann hatte Ibrahim Tuncay die große Ausgleichschance, „den er eigentlich machen musste“, ärgerte sich Wucherer, „er suchte die komplizierte Lösung, einfach rein- machen wäre besser gewesen“. In der Schlussphase handelte sich Weiler und der VfB jeweils noch eine Gelb-Rote Karte ein, das Spiel war gelaufen.

Für den 4:2-Endstand in der vierten Minute der Nachspielzeit sorgte Kevin Bentele mit einem satten Drehschuss. „Wir hätten zweimal den Ausgleich kassieren können, hätten dann wahrscheinlich dumm aus der Wäsche geschaut“, gab Jürgen Kopfsguter zu. „Wer oben steht, hat oft das Quäntchen Glück. Zudem waren wir heute sehr effektiv.“

VfB FN - FV Rot-Weiß Weiler 2:4

Tore: 1:0 Alessio Genua (10.), 1:1 Niklas Hartmann (11.), 1:2, 1:3 Kevin Bentele (22. Handelfmeter, 69.), 2:3 Joshua Merz (80.), 2:4 Bentele (90. +4) - Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Julian Karg (FV, 85.) und Ugur Tuncay (VfB, 90. +1) - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Jochen Kahle (Ellmannsweiler)

VfB FN: Meier, Senkbeil, Deniz, Nico Di Leo, Nikic, Booch, Schmidt (74. Kölle), Genua (46., Ibrahim Tuncay), Merz, Ugur Tuncay, Daniel Di Leo

(Quelle: Schwäbische Zeitung)

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